Kostensteigerungen im Handwerk: Fünf Spartipps für Profis

17 Mai 2022

Kostensteigerungen im Handwerk: Fünf Spartipps für Profis

Tanken, Heizen und Materialeinkauf: In vielen Bereichen gehen die Preise gerade durch die Decke. So vermeiden Handwerksbetriebe unnötige Ausgaben.

Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine sorgen nicht nur dafür, dass viele Betriebe im Elektro- und SHK-Handwerk mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen haben. Auch die Kosten sind deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) mussten fast zwei Drittel der Betriebe im vergangenen Vierteljahr ihre Preise anpassen. Trotzdem blieben viele Firmen auf einem Teil der gestiegenen Kosten sitzen, heißt es vom ZDH. Besonders im Bau-Bereich sei es zu teilweise erheblichen Umsatzverlusten gekommen. Umso wichtiger ist es für Betriebe im Elektro- und SHK-Handwerk jetzt, die Ausgaben im Blick zu haben.

 

1. Sparen an der Tankstelle

 

Tanken ist derzeit so teuer wie noch nie. Handwerksbetriebe trifft das besonders hart, schließlich sind sie auf ihre Fahrzeuge angewiesen. Doch es gibt einige Möglichkeiten, die Kosten zumindest ein wenig zu reduzieren: Zunächst spielt dabei die Tageszeit eine Rolle. Wer die Wahl hat, sollte lieber in den Abendstunden tanken. Einer Studie des ADAC zufolge ist Kraftstoff im Laufe eines Tages in der Regel morgens nach sieben Uhr am teuersten. Am niedrigsten sind die durchschnittlichen Preise zwischen 18 und 19 Uhr, sowie zwischen 20 und 22 Uhr.

Weitere Preisnachlässe sind mit einer Tankkarte möglich. Handwerksbetriebe, die ihre Fahrzeuge regelmäßig tanken, sind für die Betreiber der Tankstellen in der Regel gern gesehene Stammkunden. Im Rahmen von Tankkarten gibt es oft Rabatte von mehreren Cent je Liter Kraftstoff.

 

2. Sparen bei den Heizkosten

 

Obwohl die Heizung bei den aktuellen Temperaturen in der Regel aus bleibt, scheint klar: Auch Handwerksbetriebe werden in Zukunft vermutlich mehr Geld für das Beheizen ihrer Räumlichkeiten ausgeben müssen. Im Wesentlichen gibt es hier zwei Stellschrauben. Einerseits hilft ein reduzierter Verbrauch, die Kosten zu senken. Wer etwa die Heizung um ein Grad nach unten dreht, spart jährlich bis zu sechs Prozent Energie. Und auch die energetische Sanierung von Gebäuden trägt dazu bei, den Energieverbrauch und damit die Kosten zu reduzieren. Andererseits ist es sinnvoll, sich regelmäßig nach günstigen Gaslieferanten umzuschauen und so möglicherweise auch von Mengenrabatten zu profitieren.

 

3. Sparen bei den Kreditzinsen

 

Betriebe, die sich für größere Investitionen Geld geliehen haben, mussten dafür lange Zeit kaum Zinsen zahlen. Das könnte sich nun ändern. Bauzinsen haben sich innerhalb eines halben Jahres mehr als verdoppelt. Angesichts der hohen Inflation und dem Druck auf die Zentralbanken rechnen Fachleute damit, dass die Zinsen weiter steigen. Für Handwerksbetriebe, die langfristige Kreditverpflichtungen eingegangen haben, kann es sich daher lohnen, schon jetzt nach einer Anschlussfinanzierung Ausschau zu halten, um sich so vor den steigenden Zinsen zu schützen. Außerdem gilt auch hier: Wer vergleicht, kann sparen. Nicht immer bietet die Hausbank die günstigsten Zinsen. Gerade Onlinebanken vergeben Kredite oft preiswerter als klassische Filialbanken.

 

4. Sparen bei unnötigen Fixkosten

 

Neben Energiekosten und Kreditzinsen gibt es weitere regelmäßige Ausgaben mit Sparpotenzial. Ein großer Kostenfaktor sind beispielsweise Versicherungen. Sie schützen im Ernstfall vor großen finanziellen Verlusten, doch sind wirklich alle bestehenden Versicherungen noch nötig? Oder gibt es inzwischen möglicherweise günstigere Tarife, die noch besser zu den eigenen Bedürfnissen passen? Um unnötige Ausgaben zu vermeiden, lohnt es sich, einmal im Jahr die Versicherungen zu überprüfen. Da gleiche gilt für Telefon- und Internettarife. Wer seit Jahren beim gleichen Anbieter ist, ohne sich mit den Konditionen zu beschäftigten, verpasst möglicherweise preiswertere und passendere Angebote.

 

5. Sparen durch Digitalisierung

 

Und schließlich trägt auch eine Digitalisierung der Arbeitsabläufe an verschiedenen Stellen dazu bei, die Ausgaben in einem Handwerksbetrieb zu reduzieren. Eine so genannte Telematik-Software hilft etwa dabei, unnötige Fahrtkosten zu vermeiden. Computerprogramme errechnen die ideale Route für die Monteure, damit die auf dem kürzesten Weg zu ihren Kunden kommen. Eine digitale Buchhaltung ist nicht nur in der Lage, Zahlungseingänge zuverlässig zu überwachen. Wer Rechnungen und andere Unterlagen digital verschickt, spart auch Kosten für Porto und Papier. Hinzu kommt: Wenn der Anfang einmal gemacht ist, lassen sich die Arbeitsabläufe mit einer professionellen Software enorm beschleunigen. Die Mitarbeiter im Büro haben so mehr Zeit für andere Dinge – auch das spart letztendlich Kosten. Lesen Sie hierzu auch den Erfahrungsbericht unseres Mitgliedes Thomas Staack.

 

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