Tankstellen werden zu Multi-Energy-Hubs
Ein Interview mit Norman Meyer, Head of International Key Account Management beim DKV
Mit rund 13.300 Tankstellen für die DKV CARD deckt der DKV Euro Service rund 92 Prozent des gesamten deutschen Tankstellennetzes im Bundesgebiet ab sowie alle Autobahntankstellen und Autohöfe. In ganz Europa sind es inzwischen 56.000 Tankstellen, an denen die DKV CARD akzeptiert wird. Norman Meyer, Head of International Key Account Management beim DKV, erklärt im Interview, wie der DKV sein Versorgungsnetz in Zeiten der Energiewende aufstellt.
Herr Meyer, der DKV verbreiterte zuletzt sein Angebot im Bereich Elektromobilität und an alternativen Kraftstoffen. Warum?
Die Energiewende verändert unseren Markt. Tankstellen werden zu Multi-Energy-Hubs, an denen neben herkömmlichen Kraftstoffen auch CNG, LPG, LNG, Wasserstoff und Strom angeboten werden. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, auch für diese alternativen Antriebsarten eine Versorgungslösung anzubieten.
Was tun Sie konkret im Bereich der alternativen Kraftstoffe? Und wo liegt der Unterschied im Vergleich zu Diesel und Co.?
Der DKV plant, sein gesamtes Versorgungsnetz in den kommenden Jahren massiv auszubauen – um 3.500 Tankstellen pro Jahr in ganz Europa und darüber hinaus. Zudem soll das Ladestellennetz für Elektro- und Hybridfahrzeuge europaweit konsequent auf über 100.000 Ladepunkte ausgebaut werden.
Was bieten Sie darüber hinaus an?
Wir verstehen uns als Full-Service-Provider mit einem integrierten Beratungsansatz. Im Bereich Elektromobilität bietet der DKV beispielsweise umfassende Versorgungskonzepte. Dazu zählt das Aufladen zuhause, am Arbeitsort und an öffentlichen Ladepunkten („@home“, „@work“ und „@road“). Aber auch Ladekonzepte, bei denen z. B. in einem Parkhaus oder auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt nebenher geladen werden kann, stehen im Fokus. Dabei werden alle Ladevorgänge – analog zu herkömmlichen Tankvorgängen – erfasst und korrekt verrechnet. Das erhöht die Effizienz beim Kunden beträchtlich.
Manche Skeptiker argumentieren, dass die CO₂-Emissionen im Transport weiterhin wachsen und die Praxistauglichkeit von Elektromobilität überschätzt wird.
Ob die Elektromobilität die vorherrschende Antriebsart wird, werden wir sehen. Nichtsdestotrotz lautet die Prognose: 40 Prozent des Pkw-Gesamtbestands werden 2030 Elektro- und Hybridfahrzeuge sein. Daneben gewinnen alternative Antriebe zweifellos an Bedeutung.
Inwieweit kann Digitalisierung bei der CO₂-Reduktion weiterhelfen?
Digitalisierung von Prozessen ist ein Effizienz-/Kostenfaktor und somit Wettbewerbsvorteil. Auch beim Erreichen der CO₂-Ziele ist sie ein wichtiges Werkzeug. Wir unterstützen unsere Kunden mit einer maßgeschneiderten Dienstleistungs- und Produktentwicklung mittels agiler Entwicklungsmethoden und verstehen uns dabei als Problemlöser. Die zentralen Fragen lauten dabei: Wie löse ich Probleme im Fuhrpark (Management, Transparenz, Versorgung)? Wie macht mich die Dienstleistung/das Produkt effizienter? Und: Wie kann ich Kosten senken?
Denn nur, wenn all diese Komponenten zusammenpassen, können wir die Energiewende mit unseren Kunden gemeinsam gestalten.
Herr Meyer, vielen Dank für das Gespräch.
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