Ständig Online – das Smartphone ist für viele unverzichtbarer Begleiter
Im Sommer 2007 kam das erste Smartphone auf den Markt. Seither hat sich das ursprünglich als Kombination aus Musik-Spieler und Telefon gestartete Gerät zu einem für viele Menschen unverzichtbaren Begleiter entwickelt und übernimmt immer mehr Aufgaben, die zum Teil ursprünglich mit Hilfe des PCs oder klassischer Druckerzeugnisse erledigt wurden, oder gänzlich neu entstanden sind. In 83 Prozent der deutschen Haushalte ist inzwischen ein Smartphone vorhanden, bei den 16 bis 39 Jährigen Deutschen besitzen sogar mittlerweile 95 Prozent ein Smartphone.
„Nach nicht einmal zehn Jahren haben es die Smartphones geschafft, nicht nur eine komplett neue Gerätegattung im Markt zu etablieren, sondern auch für viele Menschen unentbehrlich zu sein. Die Nutzungsmöglichkeiten steigen weiter an, von der Steuerung des vernetzten Smart Home über Second Sreen-Anwendungen, Navigation und Spiele bis hin zu Foto und Video. Betrachtet man die wirtschaftliche Seite, so ist festzustellen, dass der private Markt für Smartphones in Deutschland in diesem Jahr mit erwarteten rund 25 Millionen Stück und knapp 9,8 Milliarden Euro Umsatz auf einen hohen Niveau stabil sein wird“, erklärt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH.
Welche Funktionen aktuell genutzt werden und welche in Zukunft interessant sind, hat eine im Auftrag der gfu im Mai dieses Jahres von Value_A Marketing Intelligence durchgeführte Studie ermittelt. 1.000 Haushalte in Deutschland und weitere 4.000 aus vier anderen europäischen Ländern (Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) wurden über Einstellung, Nutzungsverhalten und Kaufabsichten in Zusammenhang mit elektrischen und elektronischen Produkten online befragt.
Mehr als die Hälfte nutzt soziale Medien mobil
Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) Smartphone-Besitzer gab an, bereits mit dem Gerät in Verbindung mit sozialen Medien wie etwa Facebook oder Snapchat zu sein. Weitere zehn Prozent planen eine zukünftige Nutzung. Unterschiedlich fällt allerdings die Altersverteilung bei der Nutzung aus: Während fast zwei Drittel (66 Prozent) der 16 bis 39 Jährigen per App in sozialen Medien aktiv sind, sind es bei den über 60 Jährigen 40 Prozent.
Deutlich geringere Unterschiede gab es bei der zweithäufigsten Nutzung des Smartphones, nämlich der Navigationsunterstützung beim Autofahren. 48 Prozent der Gesamtheit der deutschen Smartphone-Besitzer nutzen diese Funktion und immerhin 44 Prozent der über 60 Jährigen. Auch wer nicht mit dem Auto, sondern als Fußgänger unterwegs ist, orientiert sich immer häufiger mit Hilfe des smarten Begleiters. 41 Prozent nutzen die Funktion bereits, weitere 21 Prozent planen eine zukünftige Nutzung. Weitere Mobilitätsfunktionen stehen inzwischen ebenfalls hoch im Kurs. Informationen über Abfahrtszeiten öffentlicher Verkehrsmittel, beziehungsweise eine entsprechende Routenplanung, nutzen 30 Prozent, ein Viertel bucht Reisen inzwischen per Smartphone und immerhin 15 Prozent checken für Flüge per App ein. Taxis ordern neun Prozent per Smartphone. Car-Sharing-Fahrzeuge per App finden und freischalten wird hingegen nur von fünf Prozent genutzt – was allerdings nicht überraschend ist, da entsprechende Angebote fast nur in den Metropolen zur Verfügung stehen.
Mediennutzung unterliegt starkem Wandel
Für besonders starke Veränderungen sorgt das Smartphone im Medien-Nutzungsverhalten. Neben den sozialen Medien sind es immer mehr auch die bisherigen Printmedien, die mobil konsumiert werden. Aktuell lesen bereits gut 40 Prozent Zeitungs- beziehungsweise Zeitschriftenartikel oder Nachrichtenmeldungen auf dem Smartphone, weitere 18 Prozent haben vor, das zukünftig verstärkt zu tun. Besonders ausgeprägt ist der mobile Nachrichtenkonsum bei den 16 bis 39 Jährigen. Fast die Hälfte (49 Prozent) liest diese per Mini-Display, weitere 22 Prozent wollen dies zukünftig verstärkt tun.
Auch Geldbörsen und Kreditkarten könnten bei manchen Befragten durch das Smartphone ersetzt werden. Neun Prozent geben an, dass sie bereits heute Einkäufe per Smartphone zahlen, 24 Prozent würden eine mobile Bezahlfunktion gern zukünftig nutzen. Allerdings: Wenn es ums Geld geht, sind die Deutschen im europäischen Vergleich eher zurückhaltend. So geben beispielsweise 24 Prozent der Briten und 22 Prozent der Italiener an, bereits heute mobil zu bezahlen. Zukünftig per Smartphone bezahlen wollen 28 Prozent der Briten, 34 Prozent der Spanier und sogar 37 Prozent der Italiener.
Bei der Mediennutzung unterscheiden sich die Nationen auch. So geben 70 Prozent der Spanier und 66 Prozent der Italiener an, das Smartphone für Facebook und ähnliche Dienste zu nutzen – da liegen die Deutschen mit ihren 53 Prozent deutlich weiter hinten. Beim Aufrufen von Nachrichtenformaten, die einst Zeitungen und Zeitschriften vorbehalten waren, liegen Spanien (53 Prozent) und Italien (51 Prozent) ebenfalls deutlich vor dem Durchschnittseuropäer (45 Prozent) und den Deutschen und Briten (jeweils 40 Prozent).
Trotz der zunehmenden Technologienutzung gibt es aber auch Vorbehalte: Rund 38 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass die Technologieentwicklung zu schnell gehe und ihnen die Fülle der Innovationen Sorge bereitet. Damit liegen sie exakt im europäischen Durchschnitt, werden nur von den Briten (42 Prozent) übertroffen.
Trennlinien zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden
Ein Grund für derartige Sorgen kann auch die zunehmend nicht mehr vorhandene Trennung zwischen Arbeit und Freizeit sein. So geben 41 Prozent der Deutschen an, dass sie auch nach Feierabend und am Wochenende berufliche E-Mails lesen, 27 Prozent beantworten berufliche Mails in der Freizeit. 30 Prozent geben außerdem an, dass sie auch am Wochenende und nach Feierabend für Vorgesetzte und Kollegen (per E-Mail oder Telefon) erreichbar sind. Das Berufsleben regiert also zunehmend in die Freizeit hinein. Doch auch in umgekehrter Richtung findet eine Vermischung statt: So geben 41 Prozent der Deutschen an, während der Arbeitszeit auch private E-Mails zu lesen oder in ihrem sozialen Netzwerk unterwegs zu sein.
Das Vorurteil, dass die Deutschen besonders arbeitswütig sind, konnte die Studie nicht belegen. Im Gegenteil: Die Beschäftigung mit privaten Mails oder Social Media während der Arbeitszeit ist bei den Deutschen stärker verbreitet, als im europäischen Schnitt. Bei der Erreichbarkeit nach Feierabend liegen die Deutschen hingegen deutlich hinter dem durchschnittlichen Europäer.
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Quelle: <link http: www.gfu.de presseraum marktzahlen-studien infografiken _blank external-link-new-window gfu>gfu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Roland M. Stehle




