So gelingt die Integration internationaler Kollegen

21 Oktober 2022

So gelingt die Integration internationaler Kollegen

Handwerksbetriebe, die sich gezielt um Beschäftigte aus dem Ausland bemühen, punkten im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Die Auftragslage ist gut, doch dein Team arbeitet bereits am Limit – und neue Beschäftigte zu finden, wird immer schwieriger. Wenn du Probleme hast, Fachkräfte oder Bewerber für deine Ausbildungsplätze zu gewinnen, kann es sinnvoll sein, sich gezielt auf Beschäftigte aus dem Ausland zu konzentrieren. Schließlich bist du nicht allein auf der Suche nach gutem Personal. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks geht davon aus, dass im Handwerk schon jetzt bundesweit rund 250.000 Fachkräfte fehlen. Und diese Lücke wird immer größer. Beschäftigte aus dem Ausland können dazu beitragen, sie zu schließen.

 

Es sei wichtig, mehr Geflüchtete ins Handwerk zu bringen, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vor Kurzem bei der Internationalen Handwerkermesse in München betont. Dieses Potential müsse besser genutzt werden, meint er.

 

Herausforderungen: Sprachbarrieren, Aufenthaltsstatus und hohe Abbrecherquote

 

Was zunächst sinnvoll klingt, ist oft jedoch schneller gesagt als in der Praxis umgesetzt. Wenn du internationale Kolleginnen und Kollegen in deinen Betrieb integrieren möchtest, bekommst du es mit zahlreichen zusätzlichen Herausforderungen zu tun. Eine der größten Hürden im Alltag sind mögliche Sprachbarrieren. Gerade im Kundenkontakt sind mindestens solide Grundkenntnisse der deutschen Sprache zwingend nötig. Aber auch im Austausch mit den Kollegen ist es wichtig, dass die Verständigung klappt und auch Fachwörter sitzen. Ein weiteres Problem können Unsicherheiten über den Aufenthaltsstatus deiner Mitarbeiter sein. Zwar sind Abschiebungen von Menschen mit einem Ausbildungsvertrag in Deutschland äußerst selten, ganz ausgeschlossen sind sie aber nicht.

 

Wesentlich häufiger kommt es vor, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund ihre Ausbildung von sich aus vorzeitig beenden. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben zuletzt rund 40 Prozent der im Ausland geborenen Azubis ihre Lehre abgebrochen. Die Quote ist damit deutlich höher als bei deutschen Jugendlichen.

 

Bei der Integration sind Geduld und besonderes Engagement gefragt

 

Beschäftigte aus dem Ausland benötigen also oft deutlich mehr Unterstützung als deutsche Mitarbeiter. Doch, wenn du dich hier für deine Mitarbeiter einsetzt, danken sie es dir oft mit einer hohen Motivation bei der Arbeit und einer überdurchschnittlichen Treue zu deinem Betrieb. Zunächst aber sind deine Geduld und dein Verständnis gefragt, wenn die Dinge anfangs noch nicht so laufen, wie du es dir vorstellst. Oft bist du auch nicht nur bei beruflichen Themen gefragt, sondern kannst für deine internationalen Mitarbeiter auch bei rechtlichen Fragen wie zum Beispiel Behördengängen zum wertvollen Ansprechpartner werden.

 

Wenn dir in deinem dichten Arbeitsalltag die Zeit für eine so intensive Betreuung fehlt, kannst du diese Aufgabe auch an einen Kollegen aus deinem Team abgeben. Über ein solches Mentoren-Programm integrieren sich die internationalen Kollegen möglicherweise noch schneller in deinen Betrieb und haben zugleich die Gelegenheit, neben dem Arbeitsalltag wichtige private Kontakte zu knüpfen. Doch klar ist auch: Bei einigen Aufgaben wie zum Beispiel Sprachkursen ist professionelle Unterstützung von außerhalb nötig. Auch wenn all das zunächst mühsam ist, kann sich dieser Einsatz für deine internationalen Kollegen langfristig lohnen und im Kampf gegen den Fachkräftemangel zu einem echten Pluspunkt für deinen Betrieb werden.

 

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