Mit Teamgeist und Perspektive punkten
So gelingt Ihnen ein erfolgreicher Start mit Ihren neuen Azubis
Für Auszubildende beginnt mit der Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt. Kein Wunder, dass viele dabei weiche Knie und Vorfreude verspüren. Um die Erwartungen beider Seiten im Alttag gerecht zu werden, ist eine gute und strukturierte Einarbeitung sehr wichtig. Denn, je eher der Nachwuchs im Team ankommt, desto größer sind die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss.
Erstmal ankommen lassen
Die erste und wichtigste Regel: Die Jugendlichen nicht gleich ins kalte Wasser werfen. Die erste Woche dient der Einführung in den Betrieb. Neben praktischen Themen wie Arbeitskleidung, Werkzeuge, Materialien und Arbeitssicherheit sollte jeder neue Lehrling einen festen Ansprechpartner bekommen, der ihn in den ersten sechs bis zwölf Monaten betreut. Darüber hinaus ist es hilfreich jedem Neuzugang einen älteren Azubi als Pate zuzuteilen, mit dem er oder sie Fragen „auf Augenhöhe“ klären kann.
Individuelle Förderung ist das A und O
Haben Ihre Azubis schulische oder persönliche Defizite? Hier lohnt sich die Förderung jedes Einzelnen beispielsweise in Form von Deutschkursen. Damit ermöglichen Sie Ihren Azubis nicht nur einen Ausbildungsabschluss, sondern zeigen auch Interesse an ihrer persönlichen Entwicklung.
Um leistungsstarke und talentierte Azubis langfristig im Betrieb zu halten, empfehlen wir frühzeitig Perspektiven und Karrierechancen aufzuzeigen. Denn: Wer sich im Betrieb geschätzt und wohlfühlt, der schaut sich erst gar nicht nach anderen Betrieben um.
So gelingt der Azubi-Einstieg
Kann ich die Aufgaben schaffen? Wie finde ich Freunde im Team? Darf ich Fehler machen? Zum Start in den neuen Lebensabschnitt hat jeder Auszubildende viele Fragen. Vieles davon können Sie schon vor dem ersten Tag klären und den Einstieg so merklich erleichtern.
- Infotag anbieten
Je näher der Ausbildungsbeginn rückt, desto nervöser werden viele der angehenden Azubis. Um ihnen die Sicherheit zu vermitteln, dass sie sich für den richtigen Beruf und Arbeitgeber entschieden haben, laden viele Betriebe ihre Neu-Azubis inklusive ihrer Eltern sechs bis acht Wochen vor dem Start zu einem Infogespräch ein. Dort können die Berufseinsteiger und ihre Eltern in lockerer Atmosphäre Fragen klären und künftige Kollegen kennenlernen. - Den Einstieg vorbereiten
Um dem neuen Auszubildenden einen Einblick zu geben, was ihn im Betrieb erwartet, sollten Sie ihm bereits wenige Tage vor dem Start per Mail über den Ablauf des ersten Tages informieren. Wo soll er wann sein? Bei wem soll er sich melden? Was muss er mitbringen? Viele Betriebe erarbeiten zusammen mit den Auszubildenden eine Einführungsmappe, die den Neuen den Betrieb aus Sicht der Azubi-Kollegen vorstellt. - Die Begrüßung organisieren
Ein herzliches „Willkommen“, bei dem sich Chef, Führungskräfte und der vorgesehene Ausbildungsverantwortliche – in Kleinstbetrieben auch gerne das gesamte Team – Zeit für den Auszubildenden nehmen, ist eine wichtige Form der Wertschätzung. Ein kleines Frühstück dient dem Kennenlernen und ist eine gute Chance, dem Nachwuchs einen ersten Einblick in die gelebte Firmenkultur sowie die Firmenwerte zu geben. - Die Spielregeln klären
Vom Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten bis hin zur Handynutzung während der Arbeitszeit gibt es in jedem Betrieb zahlreiche Vorgaben und Verhaltensregeln. Es ist Aufgabe des Chefs oder Ausbildungsverantwortlichen, diese dem neuen Auszubildenden gleich zu Beginn zu erläutern und auch später deren Einhaltung zu überwachen. Wichtig: Lassen Sie Rückfragen zu und erklären Sie den Sinn einer Regelung. - Einweisung am Arbeitsplatz
Passende Berufs- oder Schutzkleidung sowie die notwendigen Arbeitsmittel sollten bereitliegen, auch wenn sie am ersten Arbeitstag noch nicht benötigt werden. Neben der fachlichen Einweisung müssen die Auszubildenden natürlich auch über die jeweiligen Gefahren nach dem Arbeitsschutzgesetz aufgeklärt werden. - Perspektiven aufzeigen
Wie geht es in den nächsten Tagen und Wochen weiter? Was sollte der Auszubildende am Ende der ersten Woche erreicht haben? Ein strukturierter Ausbildungsplan gibt dem neuen Azubi nicht nur Sicherheit, sondern auch die Chance, sich auf die kommenden Herausforderungen einzustellen. Konkrete fachliche Nahziele motivieren in kleinen Schritten auf dem Weg zum ganz großen Ziel, dem Ablegen der Gesellenprüfung. - Feedback: das 5-Minuten-Gespräch
Chef oder Ausbildungsverantwortliche sollten sich gerade in den ersten Wochen jeden Tag fünf Minuten Zeit für ein Feedbackgespräch mit dem Auszubildenden nehmen. Fragen Sie, wie der Tag war, ob es Probleme gibt und was vielleicht noch benötigt wird. Durch die regelmäßige Kommunikation haben Sie die Chance, etwaige Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen.
Quelle: handwerk-magazin.de




