Kreislaufwirtschaft – ein Konzept auch für Handwerksbetriebe?
Die Zeit, in der Material unbeschränkt vorhanden war, ist vorbei. Der sorgfältige Umgang mit Ressourcen wird im Handwerk immer wichtiger.
Die Idee ist naheliegend: Materialien und Produkte werden so lange wie möglich geteilt, wiederverwertet, repariert und recycelt. Dieser verlängerte Lebenszyklus sorgt dafür, dass wichtige Rohstoffe mehrfach verwendet werden und der Bedarf insgesamt sinkt. Dieses nachhaltige Prinzip des Wirtschaftens gilt als „Kreislaufwirtschaft“. Oft ist auch vom englischen Begriff „Circular Economy“ die Rede, gemeint ist das gleiche. Und die Bedeutung wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, nicht zuletzt, weil sich die EU-Kommission das Ziel gesetzt hat, den Ressourcenverbrauch deutlich zu reduzieren.
Neben den ökologischen Vorteilen sind damit auch geringere finanzielle Ausgaben verbunden, schließlich können gerade Rohstoffe, die aufwändig aus dem Ausland eingekauft werden müssen, schnell zu einem schwer kalkulierbaren Kostenfaktor werden.
Das Handwerk übernimmt bei der Kreislaufwirtschaft eine Schlüsselrolle
Damit eine Kreislaufwirtschaft gelingt, spielen die Betriebe im Elektro- und SHK-Handwerk eine entscheidende Rolle. Denn im Grunde beschreibt das Prinzip die Kernkompetenzen, für die auch dein Handwerksbetrieb steht. „Wir reparieren, setzen in Stand, restaurieren, konservieren und modernisieren“, heißt es in einer Stellungnahme des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Das Handwerk sehe sich bei der Kreislaufwirtschaft in einer gesellschaftlichen Schlüsselrolle, so der ZDH.
Doch, was heißt das konkret? Immer dann, wenn du zum Beispiel eine Klimaanlage wartest, einen Heizkörper reparierst oder eine Beleuchtungsanlage wieder in Stand setzt, handelst du im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Durch Reparatur und Instandhaltung verlängerst du den Lebenszyklus bestimmter Anlagen und senkst den Verbrauch wertvoller Ressourcen.
Doch der ZDH sieht noch Luft nach oben. Hier sei die Politik gefragt, denn nicht immer ist es für dich und deine Mitarbeiter so leicht, bestimmte Produkte zu reparieren, wie es eigentlich möglich wäre. Der ZDH fordert etwa, dass Handwerksbetriebe leichter an Bau- und Schaltpläne kommen und Hersteller bereits beim Design der Produkte darauf achten, dass diese möglich einfach repariert oder aufgerüstet werden können. Ein ganz konkretes Beispiel ist etwa, dass die Hersteller bei ihren Produkten statt schwer zu öffnender Klebverschlüsse, handlichere Schraubverschlüsse einbauen. Außerdem müsse es leichter sein, an Ersatzteile heranzukommen.
Kreislaufwirtschaft als Pluspunkt fürs Image
Trotz dieser Schwierigkeiten ist jedoch klar: Mit deinem Handwerksbetrieb bist du schon jetzt ein Vorreiter in Sachen Kreislaufwirtschaft. Das hat für dich gleich zwei Vorteile: Einerseits führt an Betrieben wie deinem kein Weg vorbei, wenn die Kreislaufwirtschaft in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnt. Fachleute, die reparieren, warten und modernisieren, werden immer gefragter sein.
Andererseits profitierst du von einem Image als verantwortungsbewusster Betrieb. Das wiederum kann bei der Suche nach Fachkräften und Auszubildenden zum entscheidenden Pluspunkt werden. Gerade junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz legen Wert darauf, dass sich ihr Arbeitgeber für Nachhaltigkeit einsetzt. Wenn du also bei Stellenanzeigen, auf deiner Homepage oder in den sozialen Medien deutlich machst, welche Rolle dein Betrieb für eine nachhaltige Gesellschaft spielt, dann wird die Kreislaufwirtschaft nicht nur zum Gewinn für die Umwelt, sondern auch zum dauerhaften Vorteil für deinen Betrieb.




