Arbeiten im Sommer

Arbeiten im Sommer

22 Juni 2021

Hitzefrei ist im Handwerk unbekannt

Unternehmen haben es selbst in der Hand, die eigenen Mitarbeiter im Sommer vor zu großer Hitze zu schützen

Wem die Sonne auf der Baustelle schon einmal mit 30 Grad auf den Buckel gebrannt hat, der weiß, wie schweißtreibend und anstrengend ein Arbeitstag bei extremen sommerlichen Temperaturen sein kann. Wenn andere den Schatten suchen, haben Handwerker besonders schwer. Sie können nicht einfach zum Kunden gehen und sagen: „Ich mache jetzt hitzefrei“. Daher stellt sich die Frage, wie es trotz der zusätzlichen Belastung möglich ist, Kunden den Service anzubieten, den diese von Ihnen zu Recht erwarten. Gesundheitsgefährdungen sollen schließlich vermieden oder auf ein Mindestmaß reduziert werden. Eindeutige rechtliche Vorgaben dazu, wie auf große Hitze zu reagieren ist, gibt es nicht, die Aussagen dazu sind eher schwammig. Beispielsweise schreibt das Arbeitsschutzgesetz vor, dass Sie als Arbeitgeber die Arbeit so gestalten müssen, „dass eine Gefährdung für das Leben möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten“ werden soll. Dies ist leicht gesagt, doch was können Sie konkret tun, wenn die Hitze den Handwerkern das Leben schwer macht?

 

 

Morgenstund hat Gold im Mund

 

Immer, wenn Sie Ihre Mitarbeiter früh morgens in den Einsatz entsenden, gewinnen Sie wertvolle Zeit bei angenehmen Temperaturen. Klar ist, die fürsorgliche Planung der Arbeitszeit ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn mit hohen Temperaturen zu rechnen ist. Darüber hinaus bietet es sich an, über den Tag hinweg mehrere kleine Pausen einzubauen, in denen sich Ihre Mitarbeiter im Schatten aufhalten können. Führen Sie Arbeiten beim Kunden zu Hause durch, sollten Sie sich mit ihm abstimmen. Erläutern Sie ihm, weshalb Ihre Mitarbeiter ab einer bestimmten Temperatur oder Sonneneinstrahlung pausieren müssen. Das gilt etwa besonders für Tätigkeiten auf dem Dach. Es ist kein Geheimnis, dass der menschliche Körper seine Temperatur über die Haut, also mit Schwitzen, reguliert. Schweiß erzeugt Verdunstungskälte und hilft somit, die Körpertemperatur zu regulieren. Bei hoher Luftfeuchtigkeit allerdings hilft Schwitzen wenig. Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern bei großer Hitze deshalb auch immer wieder Pausen, wenn der Kreislauf nicht mehr richtig mitmachen will.

 

 

Sonnenstich und Hitzschlag sind nicht zu unterschätzende Gefahren

 

Handwerker sind es gewohnt, auch bei herausforderndem Wetter ihre Aufgaben zu erfüllen. Bei großer Hitze ist jedoch Vorsicht geboten. Bei über 30 Grad lässt die Konzentrationsfähigkeit nach und selbst kleine Fehler können auf der Baustelle fatale Folgen haben. Zeigen sich Schwindelgefühl, Übelkeit oder Kopfschmerzen sollten die Alarmglocken sofort klingeln. Vorsorge in Gestalt ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ist im Grunde genommen leicht bereitzustellen und daher für jeden verantwortungsvollen Arbeitgeber ein Muss. Zusätzlich wirken Sie der Hitze mit folgenden Maßnahmen erfolgreich entgegen:

 

  • Mehr trinken: Halten Sie Ihre Mitarbeiter an, mehr leicht gekühlte bis lauwarme Getränke zu sich zu nehmen. Je mehr die Temperatur des Getränks der Körpertemperatur entspricht, umso einfacher ist es für den menschlichen Körper, die Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Haut kühlen: Maßvolles Kühlen einzelner Körperpartien ist ideal. Setzen Sie kaltes Wasser ein, um gezielt Hände und Handgelenke zu kühlen.
  • Luftige Kleidung: Bei heißem Wetter sind Baumwolle und Leinen die richtigen Stoffe, mit denen sich Ihre Mitarbeiter kleiden sollten. Die Stoffe nehmen Luft auf und Schweiß auf. Seien Sie also nicht zu streng mit einem Kleidungszwang.
  • Luftzug anstreben: Bewegte Luft, auch wenn sie nicht direkt einwirkt, bringt Linderung, wenn die Hitze zu groß wird. Einen zu starken Zug sollten Sie jedoch vermeiden.
  • Sonnenschutzcreme: Sonnenschutzcreme ist Pflicht. Der weiße Hautkrebs ist im Handwerk weitverbreitet. Ihm Einhalt zu gebieten, sollte Ihr erklärtes Ziel sein. Es gilt deshalb, gefährlicher UV-Strahlung aus dem Weg zu gehen, wann immer dies möglich ist.

     

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