Generationsübergreifend führen
X, Y, Z – Wie führe ich welche Generation am besten?
Zwischen der Generation der Babyboomer aus den 60er Jahren und den heutigen Azubis liegen oft Welten: Während die einen Disziplin wichtig finden, legen die anderen kaum ihr Smartphone aus der Hand. Doch in einem Team müssen alle Mitarbeiter miteinander gut auskommen. Hier ist die Führung der Chefs gefragt.
Babyboomer: die langjährigen Mitarbeiter
Sie sind die geburtenstärksten Jahrgänge in Deutschland und kennen Arbeitslosigkeit sowie Konkurrenz um einen Job. Dass man junge Mitarbeiter heute umwerben muss, kommt ihnen deshalb seltsam vor. Auch haben diese Mitarbeiter ihrem Chef oft schon einiges an Berufserfahrung voraus, zeigen dies aber nicht immer. Sie sind es gewohnt nach Anweisungen zu arbeiten und tun es sich schwer, wenn es darum geht, eigene Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu übernehmen. Auch werden Veränderungen nicht unbedingt mit offenen Armen begrüßt und die Digitalisierung oft abgelehnt.
Tipp: Wenn Sie wollen, dass diese Mitarbeiter mehr eigenverantwortlich arbeiten, sollten Sie sie an der beruflichen Ehre packen. Fragen Sie doch einfach mal, wie Ihr Mitarbeiter in gewissen Situationen selbst handeln würde. So kommt der Mitarbeiter selbst drauf und wird immer sicherer in seinem Tun. Und wenn sich jemand gegen Neuerungen weigert, müssen Sie sich durchsetzen – sonst blockiert das ganze Team.
Generation X: die Leistungsträger
Als Generation X bezeichnet man die in den 70er und 80er Jahren Geborenen. Sie sind jetzt oft die Leistungsträger in einem Unternehmen. Viele Chefs kommen ebenfalls aus dieser Generation. Auch sie haben Arbeitslosigkeit erlebt, als in den 80ern im Westen und in den 90ern auch in Ostdeutschland Jobs und Ausbildungsplätze knapp waren.
So bringt diese Generation oft viel Leistungsbereitschaft mit. In der eigenen Ausbildung haben sie erlebt, dass sie sich im Betrieb eher hinten anstellen mussten. Deshalb fehlt ihnen oft Verständnis für die Freizeitorientierung der Jüngeren.
Tipp: Nutzen Sie den Fließ der Leistungsträger, indem Sie Ideen und Anregungen ernst nehmen und versuchen diese umzusetzen.
Generation Y: Work-Life-Balance
Für junge Mitarbeiter der Generation Y (zwischen 1985 und 2000 geboren) ist die richtige Balance zwischen Arbeit und Leben wichtig. So sehen sie wenig Sinn darin, sich bei der Arbeit aufzuopfern. Auch junge Väter nehmen Elternzeit und bleiben auch mal zu Hause, wenn das Kind krank ist. Sie wollen flexibel arbeiten und sich selbst verwirklichen. Außerdem erleben sie den Fachkräftemangel – selten war eine Generation auf dem Arbeitsmarkt so umworben wie sie. Deshalb fordern sie auch ein, als Mensch gesehen zu werden und nicht nur als Arbeitskraft.
Tipp: Es kann Probleme geben, wenn Sie ein Mitglied der Millennial-Generation als Nachfolger oder Führungskraft ausgesucht haben, denn sie schrecken manchmal vor der Verantwortung zurück und wollen ihr Privatleben nicht opfern. Es könne helfen, eine Probezeit zu vereinbaren, die nicht an Bedingungen geknüpft ist.
Generation Z: Immer am Smartphone
Keine Generation erntet so viel Kritik wie die Generation Z: Keine Ziele, kein Interesse, unfähig und immer am Smartphone. Doch man sollte eine ganze Generation nicht über einen Kamm scheren, denn mit dem richtigen Umgang kann man auch die Generation Z begeistern.
Diese junge Generation ist es vom Elternhaus und der Schule gewöhnt, Feedback zu bekommen und mitbestimmen zu dürfen. Mit dem Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ ernten Arbeitgeber nur Augenrollen.
Tipp: Erklären Sie wie eine Aufgabe angegangen wird und warum das so ist. Nehmen Sie sich viel Zeit für Ihre Azubis und zeigen Sie vor allem Wertschätzung.
Quelle: handwerk.com




