25 Februar 2026

GEIG 2026: Neue Anforderungen an die Ladeinfrastruktur für Gebäude und das Elektrohandwerk

Elektromobilität wird immer beliebter. Laut dem KfW-Energiewendebarometer 2025[1] ist mittlerweile jeder fünfte neu zugelassene Wagen rein elektrisch (BEV). Gesetzliche Rahmenbedingungen unterstützen diesen Trend. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG), das auf Grundlage der novellierten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) derzeit überarbeitet wird.

Bis Mai 2026 muss die Richtlinie in nationales Recht überführt werden. Dadurch erweitert sich auch im Elektrohandwerk das Aufgabenfeld und es entsteht ein wachsendes Geschäftsfeld.

Was genau ändert sich?

Die EPBD-Vorgaben verschärfen in mehreren Bereichen, wie Gebäude mit Ladeinfrastruktur auszustatten sind:

  • Neubau von Wohngebäuden: Wer ein neues Wohngebäude mit mehr als fünf Stellplätzen baut, muss künftig jeden einzelnen Stellplatz mit der Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität ausstatten.
  • Größere Renovierungen: Die Pflicht zur Ladeinfrastruktur greift künftig auch bei „größeren Renovierungen“. Das betrifft alle Sanierungen, die mehr als 25 % der Gebäudehülle umfassen und bei denen auch der Parkplatz oder die elektrische Infrastruktur erneuert wird.
  • Bestandsgebäude (Nichtwohngebäude): Für bestehende Nichtwohngebäude mit vielen Stellplätzen wird eine Nachrüstpflicht diskutiert, die ab 2027 greifen könnte.

Was bedeutet dies für das Elektrohandwerk?

Die gesetzlichen Änderungen sorgen dafür, dass im Bereich der Elektromobilität deutlich mehr geplant und installiert werden muss.

  1. Gesetzliche Vorgaben schaffen Bedarf: Die neuen Regelungen erzeugen einen berechenbaren Markt, der die Ladeinfrastruktur geplant und installiert. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachbetriebe wie deinem steigt.
  2. Komplexere Technik braucht Fachwissen: Die technische Umsetzung wird anspruchsvoller. Es geht nicht mehr nur darum, eine Wallbox zu installieren. Themen wie Lastmanagement, das Einbinden von erneuerbaren Energien (zum Beispiel Photovoltaik) und Abrechnungssysteme rücken in den Mittelpunkt. Genau dafür ist dein technisches Fachwissen entscheidend.
  3. Beratung wird immer wichtiger: Bauherren, Architekten und Planer brauchen frühzeitig verlässliche Informationen, um die zukünftigen Vorgaben zu erfüllen. Du kannst dich als kompetenter Partner positionieren, der ihnen hilft, alles gesetzeskonform umzusetzen.

Was du jetzt tun kannst

Das Elektrohandwerk spielt eine wichtige Rolle dabei, die geänderten gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. So gestaltest du aktiv mit, wie sich die Ladeinfrastruktur im Gebäudesektor entwickelt. Bereite dich am besten frühzeitig auf die kommenden Änderungen vor.

  • Informiere dich über die Details der EPBD-Novelle und den Stand der nationalen Gesetzgebung.
  • Qualifiziere dein Team für die erweiterten technischen Anforderungen.
  • Entwickle Angebote, die von der Beratung über die Installation bis zur Wartung reichen.

 


 


[1]www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_859712.html

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