12 September 2012

Energielabel auch für Reifen


Mit einer Farbskala für Waschmaschinen und Kühlschränken fing es 1998 an: Der Öko-Aufkleber auf Elektrogeräten trennt seither Stromfresser von Sparmeistern. Seither gibt es die EU-Labels für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Lampen, Raumklimageräte, Elektrobacköfen und seit letztem Jahr auch für Fernseher und Autos. Nun kommt per EU-Verordnung die nächste Orientierungshilfe – diesmal für Reifen.

Ab dem 1. November 2012 wird die Kennzeichnung Pflicht: Kunden müssen dann beim Händler für jedes Reifenmodell entsprechende Informationen an die Hand bekommen. Ausgenommen runderneuerte Pneus, Motorradreifen und einige Spezialreifen.

Das Reifenlabel ist in drei Bereiche unterteilt. Am auffälligsten ist die Farbskala oben links zur Bewertung des Rollwiderstands, der den Benzinverbrauch von Autos beeinflusst. In dieser Kategorie reichen die Klassen von der grün markierten Stufe A für besonders gut hin zur schlechtesten Klasse G in Rot.

Rechts oben auf dem Label werden mit Buchstaben von A für sehr gut bis G für sehr schlecht die Bremseigenschaften auf nasser Fahrbahn beurteilt. Beispiel: Mit Reifen der Klasse A verkürzt sich der Bremsweg eines Pkws von Tempo 80 bei Nässe im Vergleich zu Reifen der Kategorie F um bis zu 18 Meter.

Am unteren Rand des Labels findet sich schließlich noch ein Hinweis auf die Geräuschentwicklung beim Abrollen. Entscheidend ist dabei die Anzahl der gefetteten Schallwellensymbole: Drei dick gedruckte Wellen bedeuten, dass ein Reifen beim Fahren nahezu viermal mehr Lärm macht als ein Pneu mit nur einer gefetteten Welle.

Aber die Käufer müssen sich im Klaren darüber sein, dass weitere wichtige Leistungsmerkmale von Reifen unberücksichtigt bleiben. Hinzu kommt, dass die Hersteller ihre Pneus nach EU-Vorgaben in Eigenregie testen und bewerten. Verbraucher sollten auf jeden Fall skeptisch werden, wenn ihnen Pneus mit Bestnoten bei Nassgriff und Rollwiderstand unterkommen. Auf Rollwiderstand optimierte Reifen können unter anderem wegen der unterschiedlichen Gummimischung nicht gleichzeitig beim Nassgriff Bestleistungen erbringen. Nach aktuellem Stand der Technik sind Reifen der Klassen C-A, A-C oder B-B bei Rollwiderstand und Nassgriff vorstellbar.

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