Die sieben großen Herausforderungen im Jahr 2022

12 Januar 2022

Die sieben großen Herausforderungen im Jahr 2022

Die Betriebe im Elektro- und SHK-Handwerk stehen im neuen Jahr vor großen Aufgaben. Das sind die wichtigsten Herausforderungen – und mögliche Lösungsstrategien.

Corona

 

Die Pandemie bleibt auch 2022 das bestimmende Thema. Um die wirtschaftlich angespannte Situation auch bei vielen Handwerksbetrieben abzufedern, gelten weiterhin einige staatliche Hilfsprogramme. So hat die Bundesregierung die Sonderregelung zum Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2022 verlängert. Demnach müssen nur mindestens zehn Prozent der Belegschaft von einem Entgeltausfall betroffen sein, damit ein Betrieb Kurzarbeit anmelden kann. Normalerweise muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein. Außerdem hat der Bund die Möglichkeit verlängert, dass Betriebe bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld bekommen können.

 

In die Verlängerung geht auch die Regelung zum Kinderkrankengeld. Demnach können Eltern auch 2022 das Kinderkrankengeld für 30 statt wie bisher für zehn Tage in Anspruch nehmen. Alleinerziehende haben Anspruch auf 60 Tage Kinderkrankengeld.

 

Und schließlich haben Handwerksbetriebe, bei denen es trotz Pandemie wirtschaftlich gut läuft, noch bis Ende März die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern eine steuerfreie Corona-Prämie in Höhe von bis zu 1500 Euro zu zahlen.

 

Lieferengpässe

 

Lange Lieferzeiten für dringend benötigte Teile werden das Handwerk auch 2022 begleiten. Engpässe gibt es weiterhin vor allem bei Komponenten, in denen Mikrochips verbaut sind, sowie bei Kabeln und bei Produkten aus dem Bereich „Erneuerbare Energien/Energiemanagement“. In den vergangenen Monaten führte das immer wieder dazu, dass Betriebe wegen Materialmangels Aufträge verschieben oder im schlimmsten Fall sogar absagen mussten.

 

Gut 90 Prozent der befragten Betriebe berichteten in Herbst-Umfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) von den Lieferpässen betroffen zu sein – zu Beginn der Pandemie lag dieser Wert noch bei gut 30 Prozent. In der Herbst-Konjunktur-Umfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gaben zuletzt sogar knapp 95 Prozent der Befragten an, unter außergewöhnlichen Lieferproblemen zu leiden. Und Besserung ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) geht davon aus, dass die Wirtschaft auch noch bis weit ins Jahr 2022 hinein mit den Materialengpässen zu kämpfen hat.

 

Viele Betriebe reagieren allerdings offenbar sehr flexibel auf diese schwierige Situation, indem sie dank ihres guten Auftragspolsters Arbeiten vorziehen, die vom Materialmangel weniger betroffen sind. So gelang es bisher, den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten. „Nur“ 11,3 Prozent der Befragten gaben in der ZVEH-Umfrage an, in Folge der Lieferschwierigkeiten einen erheblichen Schaden erlitten zu haben.

 

Steigende Kosten

 

Konsequenz der Lieferschwierigkeiten sind steigende Kosten. So sind alleine Kabel im Schnitt etwa um 30 Prozent teurer geworden. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil die Betriebe teilweise auf diesen höheren Kosten sitzenbleiben. Die Mehrkosten können im Schnitt nur knapp zur Hälfte an die Kunden weitergegeben werden, heißt es in der ZVEH-Umfrage. Besonders schwierig sei die Situation bei öffentlichen Auftraggebern heißt es vom ZVSHK. Oft fehlten hier entsprechende Klauseln, die es den Betrieben ermöglichen, flexibel auf kurzfristig gestiegene Preise zu reagieren. So schreckten manche Betriebe inzwischen sogar davor zurück, solche Aufträge anzunehmen.

 

Neben den gestiegenen Materialkosten, kommen auf die Betriebe im Elektro- und SHK-Handwerk 2022 weitere Preissteigerungen zu: Die gestiegene CO2-Bepreisung macht Heizöl und Sprit teuer. Ein Liter Benzin kostet nach Angaben des Bundesumweltministeriums 8,4 Cent mehr als zuvor, Diesel verteuert sich sogar um 9,4 Cent. Außerdem steigt der Mindestlohn für Auszubildende. Azubis im ersten Lehrjahr erhalten nun monatlich mindesten 585 Euro, das sind 35 Euro mehr als bisher

 

Fachkräftemangel

 

Die Berufsaussichten und Aufstiegschancen sind gut und doch haben viele Handwerksbetriebe Nachwuchssorgen. Weil Berufsmessen und Praktika wegen der Corona-Beschränkungen ausfallen mussten, hat sich die Situation zuletzt weiter verschärft. Bei der Bauelektrik seien im vergangenen Jahr auf 100 offene Stellen lediglich 24 Arbeitssuchende mit der entsprechenden Qualifikation gekommen, heißt es in einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Ähnlich angespannt ist die Situation bei der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier gab es bundesweit zuletzt gut 10.000 unbesetzte Stellen mehr als Bewerber mit der passenden Ausbildung.

 

Neben offensiver Werbung um Nachwuchskräfte nehmen manche Handwerksbetriebe inzwischen neue Bewerbergruppen in den Blick und sprechen gezielt Frauen, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung an.

 

Generationenwechsel

 

Wie geht es weiter, wenn der Chef mal aufhört? Diese Frage treibt auch 2022 viele Handwerksbetriebe um. Das Institut für Handwerkswesen an der Universität Göttingen erwartet in diesem Jahr knapp 30.000 Übergaben von Handwerksbetrieben und Unternehmen. Beratung bei der Nachfolgersuche und der Übergabe der Geschäfte bieten unter anderem die Handwerkskammern. Außerdem fördert das Bundeswirtschaftsministerium mit der Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ 18 Modellprojekte, die den Generationenwechsel erleichtern sollen.

 

 

 

Nachhaltigkeit

 

Die möglichst ressourcenschonende Nutzung von Energie wird mit der neuen Bundesregierung noch wichtig werden als bisher. Egal, ob es um die Energieeffizienz von Gebäuden geht, um die Ladeinfrastruktur für E-Autos oder den Ausbau weiterer Photovoltaikflächen – ohne das Handwerk wird der Wandel zu mehr Klimaschutz in Deutschland nicht gelingen. Handwerksbetriebe, die von diesem Wandel profitieren möchten, bereiten sich mit zusätzlichen Fachkräften auf diese Herausforderung vor und sorgen dafür, dass sich die bestehende Belegschaft regelmäßig fortbildet.

 

Digitalisierung

 

Die Zukunft ist digital – das gilt auch im Handwerk. Egal, ob bei Kundengesprächen im Videochat, in der digitalen Buchhaltung oder bei der Werbung auf Facebook, Instagram und Co: Handwerksbetriebe, die sich fit für die Zukunft machen möchten, dürfen die Digitalisierung nicht weiter aufschieben.

 

 

 

 

 

Wir sind für dich da

Wir beraten dich
Tel. +49 511 61599-554
info(at)e-masters.de

Unsere Servicezeiten

Montag - Donnerstag
07:30 bis 17:00 Uhr

Freitag
07:30 bis 13:30 Uhr