Die entscheidenden Pluspunkte bei der Azubi-Suche
Die Zahl der Auszubildenden im Elektro- und SHK-Handwerk steigt. Trotzdem haben viele Betriebe Nachwuchssorgen – das Image spielt dabei eine wichtige Rolle.
Dabei hat sich die Situation zuletzt gebessert. Laut Ausbildungsstatistik des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) haben im vergangenen Jahr rund 15.000 angehende Elektrohandwerker ihre Ausbildung begonnen, das sind gut vier Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt absolvierten im vergangenen Jahr bundesweit gut 45.000 junge Menschen eine Ausbildung im Elektrohandwerk.
Ähnlich ist die Entwicklung in der SHK-Branche. Im vergangenen Jahr zählte der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) bundesweit 38.800 Auszubildende, das sind gut 4.000 mehr als im Jahr zuvor. Doch das reicht nicht. In ganz Deutschland gab es im SHK-Handwerk zuletzt trotzdem rund 30.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. Betriebe müssen also etwas tun, um den Nachwuchs zu überzeugen.
Als Arbeitgeber sichtbar werden
Gute Auszubildende kommen selten von allein. Als Handwerksbetrieb gilt es daher dafür zu sorgen, dass Jugendliche die Firma überhaupt als potenziellen Arbeitgeber wahrnehmen. Ein authentischer Instagram-Kanal oder ein gelungener Facebook-Auftritt holen die Jugendlichen dort ab, wo sie sich ohnehin aufhalten. Eine gut gepflegte Homepage sollte weitere Hintergrundinformationen zu Karrierechancen im jeweiligen Betrieb bieten. Der öffentliche Auftritt eines Handwerksbetriebs richtet sich also immer nicht nur an potenzielle Kunden, sondern auch an mögliche neue Mitarbeiter.
Für das Handwerk begeistern
Viele Jugendliche (und vor allem deren Eltern) haben ein völlig falsches Bild vom Handwerk: Sie erwarten einen Job mit schlechter Bezahlung und geringen Chancen auf eine große Karriere. Mit diesen Vorurteilen gilt es aufzuräumen. Handwerksbetriebe sollten außerdem deutlich machen, dass sie es sind, die die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen: Ob Elektromobilität, Photovoltaik oder Smart Home, ohne Fachkräfte aus dem Elektro- und SHK-Handwerk läuft hier gar nichts. Diese Botschaft gilt es Jugendlichen mit geeigneten Werbemaßnahmen zu vermitteln.
Neue Zielgruppen in den Blick nehmen
Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern kann es sich außerdem lohnen, neue Wege zu gehen, den Blick zu weiten und verstärkt neue Zielgruppen anzusprechen: Das Handwerk ist längst nicht mehr nur Männersache. Nach Angaben des ZDH wird inzwischen jeder fünfte Ausbildungsplatz im Handwerk von einer Frau besetzt. Und auch Menschen mit Migrationshintergrund können entscheidend dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu beheben. Der Lohn für eine Investition in Ausbildung und Integration können gut ausgebildete Fachkräfte sein, die dem Betrieb die Starthilfe in einem neuen Umfeld mit einer langen Treue danken.
Auszubildende an den Betrieb binden
Wenn der erste Schritt gemacht ist und sich Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerksbetrieb entschieden haben, gilt es, die Nachwuchskräfte zu halten. Neben den Rahmendaten wie Bezahlung, Arbeitszeit und Urlaubstagen spielt das Betriebsklima dabei eine entscheidende Rolle. Wer jeden Morgen gerne zur Arbeit geht, bleibt einem Betrieb treu. Und die gute Stimmung in der Firma lässt sich beeinflussen. Betriebsfeiern und Feste mit den Familien der Mitarbeiter sind eine Möglichkeit, für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Ein weiterer Aspekt sind Mitarbeiterbefragungen. Sie machen nicht nur deutlich, wo beim Arbeitsklima der Schuh drückt, sondern geben den Mitarbeitern auch die Möglichkeit, die Situation im Betrieb mitzugestalten, das erhöht die Identifikation mit dem Arbeitgeber.
Und schließlich sollten Handwerksbetriebe ihren Mitarbeitern eine Perspektive bieten: Weiterbildungsmaßnahmen und innerbetriebliche Aufstiegschancen können dazu beitragen, dass sich qualifizierte Fachkräfte in einem Betrieb auch mit Blick auf die persönliche Entwicklung eine Zukunft sehen und ihm erhalten bleiben.




