Bundeskabinett bringt ein neues Plastiktüten-Verbot auf den Weg
In den meisten Geschäften muss man für Plastiktüten bezahlen. Bald sollen sie ganz abgeschafft werden
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zum Plastiktüten-Verbot von Bundesumweltministerin Svenja Schulze verabschiedet. Somit ist bald Schluss mit den kostenpflichtigen Plastiktüten an der Ladenkasse. "Plastiktüten sind der Inbegriff von Ressourcenverschwendung. Sie werden aus Rohöl hergestellt und sie werden oft nur wenige Minuten genutzt", sagte die SPD-Politikerin in Berlin.
Das Verbot soll dafür sorgen, dass der Verbrauch der Plastiktüten ganz eingestellt wird. Betroffen sind vor allem auch die Händler, die nicht Teil der freiwilligen Vereinbarung sind. Bei Verstößen sollen ihnen Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro drohen.
Dünne Tütchen von Verbot ausgenommen
Auch bio-basierte und bio-abbaubare Tüten sollen verboten werden. Sie ließen sich laut der Umweltministerin oft nicht recyceln, und der Anbau von Pflanzen für die Kunststoffproduktion sei häufig mit Pestizid-Einsatz und Monokulturen verbunden. Die Ausnahme für sogenannte Hemdchenbeutel am Obst- und Gemüsestand habe Umweltschutzgründe, erklärte Schulze. "Wenn wir das verbieten würden, dann würden wir viel mehr Verpackungen bekommen." Dann würden etwa Äpfel und Birnen wieder stärker in Plastik angeboten. Auch stabilere Tragetaschen ab einer Wandstärke von 50 Mikrometern werden weiterhin erlaubt sein.
Wie gehst jetzt weiter?
Nach dem Kabinettsbeschluss muss der Bundestag sich mit dem Gesetz befassen. Wenn es den Bundestag und Bundesrat passiert hat, soll es noch eine rund sechsmonatige Übergangsfrist für die Tüten geben, um Restbestände in den Läden abzubauen. Für den Vollzug des Verbots sind die Länder zuständig.
Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de




