Foto: Kaiser

05 Dezember 2016

Unterputzinstallation in massiven Brandschutzwänden

Menschenleben im Brandfall durch unzureichend gesicherte Elektroinstallationen gefährdet

Eine innovative Brandschutzdose für die Unterputzinstallation in Brandschutzwänden, die in Massivbauweise erstellt worden sind, hatte die Kaiser Gruppe auf der Light+Building 2016 der Fachwelt präsentiert. Diese Neuheit erhält die Feuerwiderstandsdauer der Brandschutzwand von EI30 bis EI120 trotz der darin eingebetteten Elektroinstallation.

Eine der wichtigsten Aufgaben des baulichen Brandschutzes ist es, die Übertragungswege für Rauch und Feuer möglichst vollständig einzudämmen. Eine Schwachstelle kann hier neben ungenügenden Raumabschlüssen auch eine brandschutztechnisch unzureichende Elektroinstallation sein, durch die im Brandfall Fluchtwege nicht zuverlässig geschützt und damit Menschenleben gefährdet werden.

Bisher durften nach DIN 4102-4 in Brandschutzwänden nur dann Unterputzdosen eingesetzt werden, wenn eine Mindest-Restwandstärke von 60 mm erhalten blieb. Das galt zum einen für den gegenüberliegenden Einbau zwischen den installierten Dosen sowie zum anderen auch für die verbleibende Restwandstärke bei einseitigem Einbau.

Häufig werden Brandschutzwände der Massivbauweise aus Kalksandsteinen oder Hohlkammerziegeln in einer Stärke von 11,5 cm erstellt. Aufgrund des notwendigen Bauraums nach DIN 49073 für Geräteeinsätze, wie z. B. Schalter oder Steckdosen sowie Klemmen, ist es zwangsläufig, dass die erforderliche Mindest-Restwandstärke von 60 mm unterschritten wird. Ein direkt gegenüberliegender Einbau wäre somit völlig ausgeschlossen. Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass für die Erstellung der Installationsöffnung eine Schleifkrone mit einer Arbeitstiefe von bis zu 80 mm erforderlich ist. Schon alleine die Entnahme des massiven, nichtbrennbaren Materials sorgt für die Unterschreitung der Mindest-Restwandstärke. So könnte es im Brandfall zu einer Brandfortleitung aufgrund zu hoher Temperaturen oder eines Flammendurchschlags kommen. Auch eine Rauchfortleitung durch Hohlkammern in den Steinen ist möglich und muss zwingend vermieden werden.

Die neue Brandschutzdose Unterputz von Kaiser sorgt jetzt für einen sicheren und rauchdichten Abschluss der Brandschutzwand, selbst wenn bei gegenüberliegendem oder einseitigem Einbau die Restwandstärke von 60 mm unterschritten wird. Möglich macht dies die sogenannte Active-Fire-Stop-Technik (AFS), mit der zahlreiche Produkte des Herstellers ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um einen umhüllenden Dämmschichtbildner, der im Brandfall innerhalb kürzester Zeit aufschäumt. Er verschließt auf diese Weise selbsttätig die Installationsöffnungen und erhält die Feuerwiderstandsfähigkeit der Wand. Die Ausbreitung von Rauch und Feuer durch die Installationsöffnungen wird so zuverlässig verhindert.

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