Rückgang der Azubis in Sicht?
Azubi-Zuwachs war nur Momentaufnahme
Laut aktuellem KfW-Mittelstandspanel plant ein Fünftel der Ausbildungsunternehmen mit weniger Azubis. So wird die Entwicklung der eigenen Auszubildenden als rückläufig eingestuft.
Nach jahrelanger Talfahrt vermeldete das Statistische Bundesamt zum zweiten Mal in Folge einen leichten Anstieg der Ausbildungsaktivität. Die 521.900 abgeschlossenen Ausbildungsverträge im beendeten Ausbildungsjahr 2018 bedeuten ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Es handelt sich jedoch aller Voraussicht nach um einen vorübergehenden Anstieg, der vor allem durch den Arbeitsmarktboom der vergangenen Jahre und die zunehmende Einmündung von Flüchtlingen ins Ausbildungssystem getrieben war. Schon für das Ausbildungsjahr 2019 erwartet KfW Research wieder einen leichten Rückgang der Neuverträge. Diese Einschätzung fußt auf einer Vorabauswertung des KfW-Mittelstandspanels 2019: Unter den mittelständischen Ausbildungsunternehmen gehen 21 Prozent von einem Rückgang ihrer Azubi-Zahl im Jahr 2019 aus.
Traditionell haben die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine besondere Bedeutung für die duale Ausbildung. Denn im Mittelstand arbeiten nicht nur ca. 70 Prozent aller Beschäftigten, sondern sogar ca. 90 Prozent aller (betrieblichen) Auszubildenden. Doch bei Weitem nicht alle Mittelständler bilden aus. Die Ausbildungsaktivität konzentrierte sich auch im Jahr 2018 auf 13 Prozent der KMU. Dies ist auf die Größenverteilung des Mittelstands zurückzuführen. Der Mittelstand besteht zu 80 Prozent aus Kleinstunternehmen (weniger als 5 Beschäftigte), von denen nur 5 Prozent überhaupt ausbilden. Demgegenüber haben drei Viertel der größeren Mittelständler (50 oder mehr Beschäftigte) Azubis.




